Archiv der Kategorie: Alltag

Hauptsache vorwärts – in ein neues Jahr

Frohes neues JahrDer Dezember ist ja so ein „Jetzt-ist-eh-Alles-egal“-Monat: Es wird gesoffen, gegessen und das Sofa plattgesessen, und alles Ehrenvolle auf das nächste Jahr verschoben. Die Vorweihnachtszeit ist immens geschäftig und zwischen den Jahren scheint die Zeit still zu stehen.

Ich habe mir meine eigenen Ratschläge zu Herzen genommen und Augenblicke genossen: DuploTürme gebaut, im Park Tiere beobachtet, Plätzchen gebacken, Baumschmuck gebastelt, und Hunderte von Schneesternen geschnitten während Miss Bee sich beibrachte eine Schere zu benutzen. Reflektiert, geträumt und zwei ganze und ein halbes Buch gelesen, während Grandma mit der Kleinen auf dem Spielplatz war. Das war schön und erholsam.

2015 werde ich natürlich ein besserer Mensch und eine regelmässige Bloggerin. In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein frohes neues Jahr.

 

Ich bin bereit überall hinzugehen, vorausgesetzt, der Weg führt vorwärts. – David Livingstone

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Das richtige und das gute Leben

 Oder: Warum aus mir wohl nie eine Zero-Waste-Ikone wird.

Stoffwindeln? Verbrauchen viel zu viel Wasser. Versuch's mal mit Windelfrei.

Stoffwindeln? Verbrauchen viel zu viel Wasser. Versuch’s mal mit Windelfrei.

Am Samstag sah ich einen Filmclip über Bea Johnson*, eine Ikone der Zero-Waste-Bewegung. Der Film gibt einen Einblick in das Leben der vierköpfigen Familie Johnson, die in Kalifornien lebt und pro Jahr nur einen Liter Abfall produziert. Zu einem Leben ohn Müll kommt sie mit dem Motte: „Refuse, reduce, reuse, recycle, rot (and only in that order)“ – Ablehnen, Reduzieren, Wiederverwenden, Recyclen, Kompostieren (und nur in dieser Reihenfolge. Die Johnsons lehnen ab, was sie nicht brauchen, reduziere was sie brauchen, verwerte wieder was sie benutzen, recyclen, was sie nicht ablehnen, reduzieren oder wiederverwenden können und kompostieren den Rest. Im Fernsehen sieht ihr Leben sicher noch extremer aus, als es tatsächlich ist. Das Familienauto ist nur kurz zu sehen, das traurige Gesicht ihres Sohnes im Teenageralter, der nie neue Klamotten bekommt sondern nur Second-Hand-Kleidung, dafür um so länger. Fernsehen halt.

Der Film weckte gemischte Gefühle in mir – natürlich wäre es lobenswert, wenn wir als Familie weniger als 30l Müll in der Woche produzieren würden. Weiterlesen

Mein Interview zum Thema „Konsum“ im eMagazin Deutsche Bildung

Ein Beitrag zur Geschichte der Konsumgesellschaft, die wichtigsten Schlagworte zum Thema, die Frage, ob man wirklich jede Woche neue Klamotten kaufen muss und, tada, mein erstes Interview. All das findet Ihr in der aktuellen Ausgabe des eMagazin Deutsche Bildung.

„Profibloggerin“ Dina hat natürlich nicht daran gedacht, einen Link zu meinem Blog in das Interview einzufügen. Ja, ja. Daher: Herzlich Willkommen an alle LeserInnen des eMagazins, die sich auch ohne Link auf meinen Blog verirren.

Wer lesen mag, ob ich Konsum schlecht finde, warum wir unnötige Dinge kaufen, und wie man dies verhindern kann findet das Interview hier. Auch die anderen Beiträge in dem eMagazin sind lesenswert.

eMagazinDas komplette eMagazin Deutsche Bildung zum Thema Konsum herunterladen (5.25 MB pdf)

Mahlzeiten planen leicht gemacht – 15 Tipps

essensplanEssensplan? Planen, was ich in der nächsten Woche essen werde? Was, wenn ich an dem Tag garkeine Lust auf das Gericht habe? Die Zutaten nicht da habe?

So oder ähnlich dachte ich früher. Heute überwiegen für mich die Vorteile eines Essensplans. Mit einem guten Plan erspare ich mir eine Menge Stress. Früher überlegte ich mir oft auf dem Weg von der Uni/Arbeit nach Hause, was ich kochen wollte, ging dann in den Supermarkt und kaufte mit knurrendem Magen einen Haufen Sachen nur um Zuhause festzustellen, dass mir xyz fehlt, um ein bestimmtes Gericht zu zubereiten. Dann musste ich entweder noch mal einkaufen gehen oder es gab – mal wieder – Spaghetti, mit Tomatensoße aus dem Glas. Ein Essensplan hilft, Mahlzeiten abwechslungsreicher zu gestalten. Zeit, Geld, Müll, all das kann man mit einem guten Plan reduzieren.

Ich habe vor etwa drei Jahren begonnen, unsere Hauptmahlzeit zu planen und in dieser Zeit sehr viel durch Versuch und Irrtum gelernt. Für diesen Monat habe ich mir vorgenommen, wieder gesünder zu essen – in meiner Welt heisst das schlicht mehr Obst und Gemüse –  und bin wieder in meinen alten Planungs- und Einkaufsrhythus zurückgekehrt. Heute möchte ich mit Euch teilen, wie mir das gelingt. Weiterlesen

September – back to good habits season

headerDieser Sommer war der Schönste, den wir bisher in London geniessen konnten. Immer, wenn es Familie, Freunden und meinen werten BlogLeserInnen in Deutschland zu heiß war, war es hier angenehm warm. Doch nun ist es abends, wenn sich Miss Bee auf den Weg ins Bett macht, schon „a bit du“, ein bisschen dunkel. Der Sommer verabschiedet sich langsam, aber sicher, und hier in London ist „back to school“ season. Auch ich komme, nach Familienbesuchen und Reisen, langen Tagen auf dem Spielplatz und einer großen Portion Unbesorgtheit, langsam wieder im Alltag an.

Im Sommer habe ich aber auch gute Gewohnheiten schleifen lassen. Laue Sommerabende laden eher zu einem Glas Wein ein und dazu, immer etwas zu lange aufzubleiben, statt  Erbsen zu zählen und ausreichend Schlaf zu bekommen. Weiterlesen

Einfach mal abschalten? Bericht eines Selbstversuchs

wenn offline....

Wenn offline sein immer so schön wäre….

Abschalten ist eigentlich ganz einfach. Man fahre für eine Woche an einen abgelegenen, wunderschönen Ort ohne Internetanschluß. Dank „Analog-Handy“ ist frau von der Internetwelt vollkommen abgeschnitten. Stattdessen bummelt frau allmorgentlich zum Bäcker, geniesst ein ausgedehntes Frühstück, mittellange Wanderungen durch die Schweizer Bergwelt, und Abende auf der Terrasse mit dem Liebsten bei einem Glas Wein.

Zu Hause allerdings ist es mir verdammt schwer gefallen, abzuschalten und mich an meine eigenen Regeln zu halten. Im Vergleich zu einen „regellosen“ Vorhaben, weniger im Netz zu sein, habe ich zwar Fortschritte gemacht doch mein „Wunschzustand“ sieht anders aus (mit Kamin. Und Buch. Und warmem Tee. Und so.)

Einfach mal abschalten?
Anfang des Monats hatte ich mir vorgenommen, einfach mal abzuschalten, das Internet Internet sein zu lassen, um zu mehr innerer Ruhe und Kreaktivität zu finden, statt ziellos Inhalte online zu konsumieren. Weiterlesen

Mein Minimalismus – Innen, Außen und die Anderen.

 

Mehr Zeit - für einen Besuch im Kinderzoo

Mehr Zeit – zum Beispiel für einen Besuch im Kinderzoo

Ich stamme aus einer Familie von Hortern. Für jede Lebenslage wird vorgesorgt. Mein Elternhaus ist bis unter das Dach voll mit Zeug. Lebensmittel, Klamotten, Möbel, Bücher, Handwerkszeug – es gibt sogar Gasmasken. Das ist erstickend, und total nervig. Das Haus an sich ist schön, man sieht nur kaum noch etwas davon. Nur noch wenige Zimmer sind gemütlich, manche sind schlicht unbewohnbar. Die Angst vor der Katastrophe, der großen Inflation, irgendwas Schlimmem auf jeden Fall, bestimmt das Leben. Dazu kommen Streit, Negativität und zu viel Arbeit.

Hamstergene und Ordnungsliebe
Das Hamstergen habe ich geerbt und dem Drang, gerüstet zu sein zu widerstehen, ist im Kleinen und Alltäglichen oft ein Kampf für mich. Ich brauche keine PrestigeGegenstände, doch mich nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag mit Dosentomaten einzudecken ist eine echte Herausforderung. Weiterlesen