Mein einfacher Kleiderschrank – SommerRückblick und WinterVorschau

Go bold or go home. Miss Bee's Go-To Look.

Go bold or go home. Miss Bee’s Go-To Look.

Dem Chaos im Kleiderschrank entkommen. Die tägliche Entscheidung: „Was ziehe ich heute an?“ vereinfachen. Verstehen, warum manche Kleidungsstücke ungenutzt im Kleiderschrank hängen, andere wiederum regelmässig getragen werden. Den Stil überdenken.

Seit sechs Monaten experimentiere aus den oben genannten Gründen ich mit einer einfacheren Garderobe. Gerade habe ich zum dritten Mal habe ich 33 Kleidungsstücke zusammen gestellt, die ich in den nächsten drei Monaten tragen werde. Wer lesen möchte, was bisher geschah liest hier, hier und hier.

Rückblick auf den Sommer

Wie auch beim ersten Mal fand ich es im Grunde genommen ganz einfach, mit 33 Kleidungsstücken aus zu kommen. Im Laufe der Zeit haben sich zwei Dinge aus meinen Kisten in die Garderobe geschlichen und sind irgendwie dort geblieben. Gekauft habe ich drei Kleidungsstücke, die vorhandene ersetzt haben bzw. ersetzen werden. Zwei Oberteile waren Spontankäufe, doch sie ersetzten zwei Shirts, die im Laufe des Projektes das Zeitliche segneten und ein neues Leben als Putzlappen leben. Eine dunkelblaue Jeans war ein wohlüberlegter Kauf; es ist abzusehen, dass ich in wenigen Wochen einen Ersatz brauchen werde und ich finde es mühsam, eine Hose genau dann kaufen zu müssen, wenn ich sie brauche.

Nichts zu kaufen erforderte Anfang des Frühsommers noch eine große Portion Ignoranz und Selbstdisziplin. In den vergangenen Monaten hatte ich selten den Impuls, neue Kleidung zu kaufen.  Mittlerweile habe ich nicht nur gute Strategien, weniger zu kaufen, sondern merke auch, dass mich Geschäfte in der Tendenz überfordern; zu viel auf Bügeln und Kleiderständern und in Auslagen, und meist zu viel Gedränge. Dazu kommt, dass ich mit dem Angebot immer weniger anfangen kann. Mit der Stilfindung bin ich in sofern weiter als das ich weiß, was ich nicht will. Die Geschäfte sind voll davon. Es gilt als nächstes, heraus zu finden, was meinen derzeitigen Bedürfnissen entspricht und dann wo ich diese Dinge bekommen.

Vorschau auf den Herbst/Winter

Vor meinem dritten Versuch bin ich nicht mehr ganz so nervös und panisch wie beim ersten Mal. Auch war es sehr viel einfacher, die 33 Stücke zusammen zu stellen. Zum Einen weiß ich besser, was ich brauche. Zum Anderen zeigte sich, als ich meine Winterklamotten aus den Kisten nahm, dass ich weit weniger Auswahl habe als Anfang des Jahres. Einiges habe ich aussortiert, doch ich glaube, allein Herbst- und Winterkleidung und Frühlings-und Sommersachen getrennt aufzubewahren sorgt für sehr viel mehr Ordnung in Kleiderschrank und Flur, wo Jacken, Mäntel und Schuhe wohnen. Ich habe  natürlich „genug“ anzuziehen. Deswegen kann ich mir mit Neuanschaffungen Zeit lassen.
Dennoch stellte ich mir die Frage „Wird es ausreichen?“ mehrfach. Muss ich nicht ständig waschen, damit ich immer etwas an zuziehen habe? Jetzt im Winter trocknen die Sachen so langsam. Warum eigentlich 33? Die Zahl ist doch vollkommen willkürlich! Blah blah blah, usw usw. Interessant, wie das so geht im Kopf. Aber ich weiß jetzt aus eigener Erfahrung, das es mit weniger gut geht, und dass 33 eine beliebige Zahl ist, aber ein guter Anhaltspunkt.

Bedürfnisse erkennen statt Impulsen nachgeben

Weniger Haben schafft Klarheit. Als ich meine Winterkleidung vor mir auslegte merkte ich, dass „etwas“ fehlte. Dieses diffuse Gefühl konnte ich leicht systematisieren und es wurde schnell klar, was genau denn fehlte. Vor dem Projekt wäre ich mit dem diffusen Gefühl, noch etwas zu brauchen, in die Läden gelaufen und hätte vermutlich noch einen weiteren Wollpulli (denn Winter = Wollpulli und wenn was fehlt ist es wohl ein solcher) gekauft. Mir hätte weiterhin „etwas“ gefehlt, denn Wollpullis habe ich wahrlich genug. Jetzt fand ich schnell heraus, dass ein maschinenwaschbarer Pulli praktisch wäre und ein Paar schwarze, alltagstaugliche Schuhe. Beides keine absolute Notwendigkeit, doch auf längere Sicht eine sinnvolle Ergänzung meiner Garderobe.

Stil – Ambition und ein bisschen Selbsterkenntnis

Aus den Kartons kam mir eine Flut schwarzer Klamotten entgegen. Schwarz – praktisch, elegant, sieht immer gut aus, passt immer und zu allem. In meinen Träumen bin ich manchmal Audrey Hepburn. In wacheren Momenten steht mir schwarz genauso gut wie neongrün, nämlich überhaupt nicht. Ich sehe kränklich und unausgeschlafen aus. Wenn ich schwarz trage fragt mich meine Vorgesetzte immer, ob zu Hause alles in Ordnung ist.
Problem erkannt, Problem gebannt? Nicht wirklich. Alle paar Jahre habe ich eine Stilkrise. Ich glaube, das hat was mit LebensAbschnitten zu tun. Manchmal wünschte ich, ich wäre eher wie meine Tochter. Sie trägt abwechselnd ein mit Vögeln bedruckte Kleid und Jeans mit einen knallroten Oberteil. Alles andere wird nur widerwillig und unter Protest angezogen, oder garnicht. Wenn das Lieblingskleid in der Wäsche ist bleibt man eben auch mal zu Hause. Stilsicher nenne ich das. In den nächsten Monaten werde ich meine schwarzen Sachen weiter tragen, weil ich nichts Unadäquates haben möchte und mir noch nicht klar ist, was adäquat ist. Und mich weiterhin mit (einfachem) Stil beschäftigen.

Mehr über das Project333 erfahrt Ihr auf dem Blog vom Courtney Carver. Es geht natürlich noch sehr viel einfacher: Meike Winnemuth trug ein ganzes Jahr lang nur ein einziges blaues Kleid. Lest mehr auf http://www.daskleineblaue.de/ (Vielen Dank an Nanne für den Hinweis.)

Und hier eine Liste der Kleidungsstücke, die mich in den nächsten drei Monaten begleiten werden.

1 Jeans, schwarze Skinny
2 Jeans, blaue Skinny
3 Jeans, blaue Bootcut
4 Hose, braun/blau gestreift
5 Hose, schwarz
6 Jeansrock
7 Rock, schwarz
8 Stiefel, schwarz
9 Stiefel, braun
10 Halbschuhe, hellbraun
11 Ankleboots, grau
12 Pumps, braun
13 Pumps, schwarz
14 Baumwollkleid, rot
15 Cashmerekleid
16 Kleid, schwarz/weiss
17 Pullover, rot
18 Pullover, weiss
19 Strickjacke, rot
20 Strickjacke, schwarz
21 Langarmshirt, rot
22 Langarmshirt, grau
23 Langarmshirt, schwarz
24 Bluse, weiss
25 Bluse, blau
26 Bluse, schwarz
27 T-Shirt, weiß
28 T-Shirt, schwarz
29 Mantel, marineblau
30 Jacke, schwarz
31 Trenchcoat, schwarz
32 Wind/Regenjacke
33 Handtasche, schwarz

 

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17 Gedanken zu „Mein einfacher Kleiderschrank – SommerRückblick und WinterVorschau

  1. Nanne

    Hallo Dina,
    mein erster Gedanke: Wäre blau als Grundfarbe eine Alternative für dich? Sieht meist freundlicher aus. Meike Winnemuth hat da meine ich ein Buch zu geschrieben (blaues Kleid oder so).
    Ich trage gerne schwarz, es steht mir, es ist einfach meine Farbe, zu der ich jetzt wieder zurück gefunden habe. Aber wenns mir nicht stehen, dann würde es einfach nicht passen. Fühlst du dich denn in schwarz wirklich wohl? Das ist mir nicht so richtig klar geworden.
    Liebe Grüße
    Nanne

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    1. Dina Autor

      Liebe Nanne,
      Blau – das habe ich mir natürlich auch schon überlegt, und denke/hoffe auch, dass ich mich nach und nach in diese Richtung bewegen werde.
      Fühle ich mich in Schwarz wohl? Weißt Du was, da stellst Du eine große Frage. Darüber werde ich einen seperaten Beitrag schreiben.
      Das blaue Kleid – vielen Dank für den Hinweis. Was für ein tolles Projekt! Ein ganzes Jahr lang das gleiche Kleid tragen. Meike Winnemuth ist allerdings etwas gewiefter als ich und hat das Kleid in dreifacher Ausführung. Hätte ich gewusst, wie sehr meiner Tochter das Vogelkleid ans Herz wächst, hätte ich das auch mehrfach gekauft (jetzt ist es „so last season“, dass ich es nicht mehr bekomme 😉
      Liebe Grüße
      Dina

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  2. perfektmami

    Ich finde das ein ganz tolles Experiment/Projekt von dir! Und ich kann gut nachvollziehen, dass es hilft, einen Überblick über das Vorhandene und das Fehlende im Kleiderschrank zu bekommen. Das würde mir auch gut tun… Und auch deine Überlegungen zu Stilsicherheit, Stilveränderung, zu viel Schwarz kommen mir sooooo bekannt vor ;-). Puh – vielleicht gehe ich auch mal auf diese Art dahinter. Auf jeden Fall danke für die Anregung und ich bin gespannt auf weitere Erfahrungsberichte von dir! lg, Mirjam

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    1. Dina Autor

      Hi Miriam,
      ich kann Dich nur ermutigen, es mal auszuprobieren. Jetzt hast Du doch ab und an einen Vormittag für Dich, das ist doch ideal.
      Beim ersten Mal habe ich mehrere Tage gebraucht, bin immer mal wieder zurück zum Kleiderhaufen gegangen, habe überlegt, welches Teil ich mag, welches nicht etc. etc. Doch es hat sich gelohnt, weil der tägliche Anblick des Kleiderschranks kein Gefühl der Unzufriedenheit geweckt hat. Probier’s aus. Du kannst jederzeit anfangen 🙂
      Lieben Gruß
      Dina

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      1. perfektmami

        Ich habe heute für eine Woche Ferien gepackt und mir dabei schon Gedanken gemacht, was ich für die nächsten drei Monate „einpacken“ würde :-). Der Gedanke hat sich klar in meinem Kopf festgesetzt. Danke für deine ermutigenden Worte! lg, Mirjam

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  3. Sandra

    Iiirgendwann werde ich da wohl auch mal mitmachen, denn ich finde das Projekt unheimlich interessant. Aber da ich immer noch mitten im Ausmisten und Wohnung auf Vordermann bringen bin nach meinem Umzug, da brauche ich die Zeit für andere Dinge. Wer weiß, wenn ich fertig mit Ausmisten bin, dann habe ich vielleicht auch nur noch für jede Jahreszeig 33 Kleidungsstücke und brauche gar nicht mehr weitermachen 🙂
    Danke daß du auf der Liste ausführlich geschrieben hast, was du an 33 Kledungsstücken nun hast, das macht es für mich übersichtlicher.

    Liebe Grüße,
    Sandra

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    1. Dina Autor

      Hi Sandra,

      ich habe immer mal wieder Klamotten ausgemistet, aber oft habe ich ewig hin-und her überlegt, ob ich ein Teil wirklich schon weggeben sollte.
      Mit dem Projekt habe ich den Gaul von Hinten aufgezogen und mich ein paar Wochen einfach nicht um die Kleidungsstücke gekümmert, die ich gerade nicht trage. Das hat mir zu Klarheit verholfen; ich konnte Entscheidungen viel schneller treffen.
      Umzugskartons können natürlich einen ähnlichen Effekt haben 🙂
      Lieben Gruß
      Dina

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  4. einfacheinfachleben

    Ich finde Dein Projekt toll …

    komme da für mich jedoch nicht wirklich ran. Hosen, Röcke, Kleider: habe ich soweit auf die Lieblingsteile reduziert und trage ich alle regelmäßig. Ich würde bei den Accessoires wohl über`s Ziel hinausschießen, denn meine Taschen- und Schal-/Tuchsammlung ist mir aktuell (noch?) sehr an`s Herz gewachsen.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall eine gute Zeit mit Deinen ausgewählten Teilen und grüße herzlich aus Berlin,
    Anja

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    1. Dina Autor

      Hi Anja,

      das klingt doch super. Ich würde nicht sagen, dass ich nur noch Lieblingsteile habe. Ich finde mittlerweile alles ok, aber meine Traumvorstellung wäre wohl, jeden Morgen aus dem Häuschen zu sein, wenn ich meinen Kleiderschrank öffne.

      Courtney Carver, Initiatorin des Projekts, bezieht ja Accessoires mit ein; das tut ich ganz bewusst nicht, weil ich rausfinden möchte, welche ich gern trage und welche eigentlich nur noch im Schrank/Schmuckaufbewahrungsdings hängen.

      Ich finde es schön, wenn Frauen tolle Accessoires tragen – ich selbst weiß glaube ich einfach (noch) nicht, wie das geht.

      Lieben Gruß nach Berlin
      Dina

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  5. Texterin Tanja Heller

    Hallo Dina,

    ich hab 65 Teile. Damit komme ich bestens klar. Den Stapel, den ich ungern anzog, hab ich einfach noch einmal angezogen und schon wusste ich die Gründe, warum ich die Sachen lieber spende. Seitdem ist Ruhe. Ich kaufe mir nur noch Lieblingssachen und die gleich mehrfach.

    Liebe Grüße – Tanja

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  6. luluyasinlove

    Ich bin gerade über deinen Beitrag gestoßen und muss auch ehrlich sagen, dass ich dein Projekt sehr interessant finde. Und beim lesen dachte ich mir auch so, wie viel Kleidungsstücke ich im Schrank habe die ich auch nicht wirklich anziehe. Aber, wie du geschrieben hattest, immer denke mir fehle etwas. Dann rennt man in den Laden und kauft dann wieder zum 3. Mal einen Wollpulli… Hoffe ich kann dann auch mal meine Sachen ausmisten 😉
    Ganz liebe Grüße
    Vanessa

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    1. Dina Autor

      Hi Vanessa,
      bei mir hat es Jahre gedauert, den Kleiderschrank „auszumisten“. Ich bin jemand, der tendenziell bei jedem Teil denkt „Das kann ich noch zum Staubwischen/Spielplatz/Gartenarbeit anziehen.“
      Falls es Dir auch schwer fällt, Sachen loszulassen, versuche es mal anders rum. Such Dir 33 (oder wie viele auch immer) Kleidungsstücke aus, die Du in den kommenden Monaten anziehen wirst und packe den Rest erst einmal ein. Mir fiel das Aussortieren deutlich leichter, nachdem ich erfahren habe, dass weniger wirklich ausreicht.
      Lieben Gruß
      Dina

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  7. Melanie

    Hallöchen

    Ich mache gerade zum ersten Mal beim Projekt 333 mit. Ich habe wahnsinnig viel aussortiert und ganz viele Kleider verkauft und bin daran mir einen neuen Stil zu zu legen. Ich musste merken, dass ich sehr viele Kleider für Events habe, aber fast nichts, dass ich mag für den Alltag. Und das Leben besteht aus 90% Alltag, daher ist es so wichtig, gerade dann gut angezogen zu sein. Mir helfen die 2 Blog’s into-mind.com und un-fancy.com sehr weiter. Vielleicht hilft dir das auch als Inspiration.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Melanie

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    Antwort
    1. Dina Autor

      Hi Melanie,
      super, dass Du so viel aussortieren konntest. Ich finde, das ist immer ein tolles Gefühl.
      Into Mind finde ich auch toll, und wie Du habe ich mir deswegen das Workbook gekauft. Im Winter möchte ich das Arbeitsbuch einmal durch“arbeiten“ – dazu brauche ich Muße, ich glaube aber, dass es im Hinblick auf die Stilfindung weiter helfen wird. Auf Deinem Blog klingt es so als hätte es sich gelohnt 🙂
      Toll, dass Du ab und an daily outfits publizierst. Ich glaube, das ist für Leute ermutigend um zu sehen, dass es mit weniger auch geht (siehe Un-fancy)
      Liebe Grüße
      Dina

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  8. perfektmami

    Liebe Dina, ich hab’s geschafft – also beinahe ;-). Ich werde die nächsten drei Monate mit 37 Teilen auskommen und freue mich auf die Erfahrung. Das Aussortieren war schon einmal sehr spannend und ich habe festgestellt, wie SEHR ich an meinen Accessoires hänge. Ich bin gespannt, welche ich tatsächlich vermissen werde! Danke für deine Inspiration und Ermutigung!
    lg, Mirjam

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  9. Pingback: Mein einfacher Kleiderschrank im Winter | liebevoller leben

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