Das Badezimmer – meine minimalistische Schwachstelle

Seit Jahren nehme ich mir regelmäßig vor, voll auf Naturkosmetik umzusteigen. Ich nehme mir vor, nur noch dieses eine ’normale‘ Shampoo aufzubrauchen, statt Duschgel Seife zu verwenden, auf konventionelle Handcreme zu verzichten und so weiter und so weiter.

Doch irgendwie ist der Wurm drin. Wenn ich zum Feuchtetücher kaufen in die Drogerie gehe komme ich mit Shampoo, Spülung und Kur wieder heraus, die ich im Sonderangebot ergattert habe. Die volle Ladung Plastik, Chemie pur – aber auch mit dem Versprechen, dass mein Haar bei der nächsten Wäsche ein ‚magisches Wunder‘ erleben wird.

Magische Duschmomente...

Magische Duschmomente…

Das hier

Alternativen

Apfelessigspülung, Seife und Backpulver-Deo

verspricht mir garnix, ausser Sauberkeit.

Kurz, das Badezimmer zur minimalistischen Zone umzugestalten fällt mir echt schwer.

Mir ist durch diese Betrachtung, warum wir konsumieren, klarer geworden, warum. Mein Badezimmer ist meine Traumwelt. Ich gönne mir ja sonst nichts*, da will ich wenigstens ein bisschen Home-Spa Feeling, ein wenig Luxus unter der Dusche und mein tägliches ‚magisches Wunder‘. ‚No Poo‘, ohne Plastik, selbstgemachte Seife, irgendwie kommt mir der Versuch, mich im Badezimmer zu reduzieren, wie eine Art Selbstkasteiung vor. Jutebeutel mit auf den Wochenmarkt nehmen, um Plastikmüll zu vermeiden – gerne. Gebrauchte Klamotten kaufen, oder mit nur 33 Kleidungsstücken leben – kein Problem. Auf Fleisch und Milchprodukte weitgehend verzichten, um den Klimawandel aufzuhalten – mache ich doch sofort. Aber auf die morgendliche Duftbombe unter der Dusche verzichten – Fehlanzeige.

Die Marketingexperten siegen immer wieder mit ihren Versprechen, oder ich rationalisiere – siehe oben ‚man gönnt sich ja sonst nichts‘, oder ‚Im Vergleich zur Durchschnittsfrau bin ich ja schon ziemlich minimalistisch‘, oder ‚ Ein Großsteil ist doch schon Naturkosmetik‘. Und: ist selbstmachen nicht irrsinnig aufwendig?  Auf der Suche nach Ideen, wie der Umstieg klappen könnte habe ich einige motivierende Beiträge im Netz gefunden:

Selbstversorgerin Lisa meint, es geht auch ohne und Frau Ding Dong lebt seit drei Jahren weitgehend Produktfrei im Büroalltag mit Publikumsverkehr. Apfelmädchen und sadfsh können auch weitgehed  ohne Plastik im Bad leben. Denkende Mama Rage hat ein minimalistisches Badezimmer und wenn man sich “Die Geschichte der Kosmetik” ansieht bekommt man das Gruseln. In Europa sind die Inhaltsstoffe zwar glücklicherweise strenger geregelt, doch der Plastikmüll ist der Gleiche.

Meine Idee ist (mal wieder), die Dinge, die ich habe, aufzubrauchen anstatt alle konventionellen Produkte rauszuwerfen. Wenn ein Produkt leer ist, werde ich versuchen, einen Monat ohne auszukommen und, wenn nötig, die selbstgemachte Variante ausprobieren. Rezeptideen gibt es im Netz genug (bei langsamerleben zum Beispiel, und einige meiner Kosmetikartikel werden erfahrungsgemäß bis zum St.Nimmerleins Tag halten.

Habt Ihr Euer Bad schon reduziert, und wenn ja, wie sieht es jetzt aus? Habt Ihr Tipps für mich, Gedanken, Horrorgeschichten? Und was ist Euer ‚wunder Punkt‘ beim Vereinfachen?

*Das ist natürlich Quatsch – wir kaufen hochwertige Nahrungsmittel, bio, regional, blablabla, unsere Wohnung ist für Londoner Verhältnisse riesig und wir fahren oft genug in den Urlaub.

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