Archiv für den Monat April 2014

Lieblingslinks der Woche

Treibholz des Internets, das mich diese Woche zum Lachen gebracht, zum Nachdenken angeregt, oder die Augen ein wenig geöffnet hat.

Glückliche Familie Nr. 209: Eigenliebe der würdevollen Art
Letzte Woche habe ich mir einen Tag freigenommen und Miss Bee bei ihrer Tagesmutter angegeben. Bis Mittags plagte mich das schlechte Gewissen, doch dann begann ich, mich zu entspannen und den Tag wirklich zu geniessen. Uta beschreibt, warum Eigenliebe wichtig ist.

Treat Yourself to These Luxuries of Simplicity
The Minimalist Mom Rachel schreibt über die Vorteile des einfachen Lebens. Oft verbinden wir das Einfache mit entbehrung und Konzum mit Fülle. Wenn uns das Vereinfachen schwer fällt, hilft es, sich die Vorteile vor Augen zu halten.

The Nife enL’Air: On culling mistakes
The Nife schreibt über die Fehler in ihren Vereinfachungsprozess. Zeiten, in denen wir vereinfachen wollen, gleichzeitig oft Zeiten großer Veränderungen im Leben sind. In diesen Zeiten ist es wichtig, zu entdecken, wer wir sind, was wir mögen, unsere Identität jenseits des Materiellen, bevor wir radikal Ausmisten, was wir haben. Denn später entdecken wir, dass wir diese Dinge aus einem bestimmten Grund besaßen, und dieser immer noch besteht.

 

Ist Entrümpeln eine Umweltsünde? Oder: Wie Ausmisten anderen helfen kann

Während ich durch meine Gardrobe sortierte hatte ich immer wieder Kleidungsstücke in der Hand, die ich selten anhabe, manche trug ich nur ein oder zwei Mal. Fehlkäufe, die ich oft im Schlußverkauf zu einem herabgesetzten Preis oder Second Hand erstanden. Im Laden passte das Teil noch, zumindest so einigermassen, und vor allem für DEN Preis.

Es fällt mir schwer, mich von Dingen zu trennen. Natürlich weiß ich tief drin, dass ich besagte Kleidungsstücke in Zukunft nicht öfter tragen werde. Irgendetwas stimmt an ihnen für mich nicht – das Material, die Farbe, der Schnitt, die Passform. Dennoch – diese Dinge haben Geld gekostet und sind eigentlich noch in Ordnung (soll heißen – sie haben keine Löcher oder sind bis zur Unkenntlichkeit ausgewaschen) und ich denke, dass ich sie auftragen sollte anstatt sie „aus einer Laune heraus“ weg zu geben.

Besonders bei Kleidung, die ich mal günstig neu erstanden habe regt sich mein soziales Gewissen. Für dieses Kleidungsstück wurden unnötig wertvolle Ressourcen verschwendet, fruchtbarer Boden, sauberes Trinkwasser und Energie. Von den Arbeitsbedingungen einmal ganz zu schweigen. Ist es nicht ökologisch unverantwortlich, Dinge loszulassen, die ich sicherlicherlich irgendwann einmal  noch brauchen kann?

Drei Gedanken dazu:

  1. Einen Nutzen bringen bestimmte Dinge nur, wenn ich sie wegebe.
    Klar, früher oder später brauche ich natürlich „neue“ Sachen, weil meine derzeitigen Lieblingsstücke aufgetragen sind. Dann könnte ich ja oben genannte Fehlkäufe auftragen. Wenn ich ehrlich bin werde ich das nicht tun; ich werde mir auch dann wünschen, schöne Dinge um mich und an zu haben. In meinem Kleiderschrank/Rumpelkammer nutzen diese Dinge niemandem. Dass „one woman’s trash is another woman’s treasure“ ist erlebe ich oft selbst, wenn ich nach Haushaltsgegenstaenden oder Kleidung suche. Schon oft habe ich mich über kaum getragene Sachen gefreut, die ich in einem Charity Shop / Second Hand Laden / auf dem Flohmarkt entdeckte – hätte die Besitzerin so festgehalten wie ich manchmal hätte ich mir besagtes Teil vielleicht neu kaufen müssen, einschließlich den oben genannte Umweltwirkungen. Gebe ich, findet jemand anderes einen kaum getragenen Hosenanzug / Hose in der richtigen Länge / etc. Wegeben heisst in meinem Fall also auch Großzügigkeit üben.
  2. Entrümpeln hilft, bessere Konsumgewohnheiten zu formen.
    Zwar wird ein übersichtlicher Kleiderschrank nicht unbedingt dazu führen, dass ich Fehlkäufe in Zukunft ganz vermeide. Doch wenn ich nur noch Schönes im Schrank, in der Küche und im Wohnzimmer habe möchte ich, dass es schön bleibt. Ich lasse mit einem Gefühl des Bedauerns los und trauere um die Resourcen, auch aber nicht nur meine finanziellen, die in ein ungewolltes Objekt geflossen sind. Doch ich brauche keine Mahnmale in meiner Wohnung. In den letzten Jahren habe ich mehr und mehr gelernt, qualitativ hochwertigere Dinge (oht gebraucht) zu kaufen. Im Zusammenhang mit dem Projekt333 und durch einen meiner neuen Lieblingsblogs, IntoMind, lerne ich die Ansprüche an meine Garderobe besser kennen und glaube, dass ich so in Zukunft gezielter/bewusster einkaufen werde.
  3. Dinge aufzubewahren / instandzuhalten / zu säubern etc kostet Zeit und Resourcen. Ich bin kein Messi, und die Gefahr, dass wir durch eine Anhäufung von Dingen Stauraum oder eine größere Wohnung mieten müssen ist gering. Doch jedes Objekt in meinem Leben kostet in irgendeiner Form weitere Energie – meine Lebenzeit, Putzmittel, oder Geld es zu ersetzten oder zu reparieren, und wird früher oder später entsorgt, wenn nicht von mir, dann nach meinem Ableben von anderen. Es ist besser, es zu entsorgen, während es anderen noch Nutzen bringen kann.

Ich bin keine geborere Minimalistin. Für mich ist das Entrümpeln immer wieder ein Unterfangen, das mich Überwindung kostet. Über die Vorteile, auch für die Umwelt, zu reflektieren, hilft mir bei dem Prozess. Und ich bin froh, wenn ich auf dem Weg auch anderen helfen kann.

*Mir ist bewusst, dass Charity Shops nicht unumstritten sind; in der Vergangenheit habe ich schon oft Dinge auf freecycle verschenkt, oder auf Ebay Kleinanzeigen oder auf dem Flohmarkt verkauft. Es gibt gezieltere Wege, auf denen man nicht mehr gebrauchte Dinge einem neuen Zweck zuführen kann.

Project333 – es kann losgehen

Startklar. Fast drei Wochen lang habe ich hin- und her überlegt, Bedenken gehabt, gelesen, und sortiert. Doch nun habe ich die 33 Kleidungsstücke ausgewählt, die mich bis Ende Juni begleiten werden. Die Regeln habe ich ein wenig passend gemacht. Für mich ist das Projekt333 nicht nur ein Experiment in Minimalismus; eines meiner Ziele ist auch, mich einfach schöner anzuziehen, daher habe ich mich entschieden, Gürtel und Schmuck nicht miteinzubeziehen. Ich möchte meine Gürtel spielerisch benutzen und wann immer ich dazu komme, Schmuck zu tragen bin ich immens stolz auf mich.

Bereits bevor das Projekt offiziell beginnt, habe ich viel über mich gelernt, mir meine Einstellung zu meiner Kleidung bewusster gemacht, und einigen emotionalen Ballast entdeckt. Als ich mich zuerst für das Projekt zu interessieren begann dachte ich nicht, dass ich Sachen weggeben würde (allerdings dachte ich auch, ich hätte ohnehin nur 40 Kleidungsstücke), und nun sind bereits zwei Tüten in einen Charity Shop gewandert.

Aber nun, tadaa, die 33 Kleidungsstücke:

333-04-06-14

1. Heller Trench coat*
2. Jacke
3. Blauer Blazer*
4. Schwarzer Blazer*
5. Blaue Ballerinas
6. Braune Pumps
7. Sandalen
8. Ankle boots
9. „Spielplatz“schuhe
10. Kleid – rot
11. Etuikleid
12. Schwarze Skinny Jeans
13. Dunkelblaue Jeans
14. Hellblaue Jeans
15. Blaue Hose
16. Strickjacke – rot
17. Strickjacke – blau
18. Lachsfarbendes Oberteil – ähem, meine Handtasche
19. Strickjacke – braun
20. Langarmshirt – grau
21. Langarmshirt – schwarz
22. Bluse – schwarz
23. Bluse – hellblau
24. Bluse – blau-weiß gestreift
25. T-Shirt – Ringel
26. T-Shirt – weiss
27. T-Shirt mit Reißverschluss
28. Ringellangarmshirt
29. Happy T-Shirt
30. Jeansrock
31. Sommerrock
32. Tuch – hellblau
33. Tuch – Blumen

*Die drei Jacken sind nicht auf dem Foto sondern gerade in der Reinigung.