Panik auf dem Schlachtfeld

Knapp 50 Kleidungsstücke liegen seit einigen Tagen in unserem Schlafzimmer herum. Bei ihrem Anblick überkommt mich ein Gefühl der Panik. Nicht, weil es aussieht als hätte eine Bombe eingeschlagen, sondern weil in wenigen Tagen mein erstes Project333 beginnt. Bis dahin muß ich meine Garderobe auf nur 33 Teile reduzieren, und nun bekomme ich Muffensausen.

Ich habe genügend Gründe, mich auf das Experiment einzulassen – nicht zuletzt einfach Neugier. Der Widerstand ist manchmal so stark, dass man meinen könnte, ich würde meine restlichen Kleidungsstücke davor schützen müssen, auf der Stelle verbrannt zu werden, nicht davor, für drei Monate in Kisten und Tüten aus meinem Blickfeld zu verschwinden.

Meine Hauptängste:

  • Nicht genug – habe ich wirklich genug Auswahl angemessener Kleidung sowohl fuer die Tage mit meinem Energiebuendel auf dem matschigen Spielplatz und fuer den Workshop, den ich für meinen Job besuchen werde? Muss ich noch oefter waschen als ohnehin schon?
  • Die falschen Sachen – nicht alle meine ‚Lieblingssachen‘ sind dabei, was, wenn ich sie vermisse? Was, wenn eine Hitzewelle kommt, oder ein ploetzlicher Kaelteeinbruch? Oder doch ein formelles Abendessen?
  • Zu wenig Farbe – um möglichst viele Kombinationsmöglichkeiten zu haben, habe ich mich auf wenige Farbschemen beschränkt. Wird mir meine Auswahl nicht doch zu düster, jetzt, wo es Frühling wird?*
  • Nicht die richtige Lösung – ich brauche eine persönliche Stylistin und eine komplett neue Ausstattung. Erst dann hätte ich Kleidung, die ich liebe und die mir wirklich gut steht. Denke ich manchmal. Leider sieht es nicht so aus, als ob eines der beiden Dinge in den nächsten drei Monaten passiert.
  • Das nagendes Gefühl, mich selbst um etwas zu betrügen – ist dieses Projekt nur ein anderer Weg, um mir selbst das Leben schwer zu machen? Ich möchte ein Leben in Fülle leben, und mir nichts versagen müssen.

Der letzte Punkt beschäftigt mich am Meisten – ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu Minimalismus, und frage mich, ob ich mir durch das Projekt nicht einfach ein Stück Glück vorenthalte. Feel the fear and do it anyway – Project333 ist ein Experiment. Meine anderen Sachen nicht aus der Welt sondern nur einen Karton weit entfernt sind. Sollte ich wirklich etwas brauchen oder vermissen, werde ich darauf zugreifen können. Nun wieder auf in den Kampf; so schwer kann das ja nicht sein.

*Ich stellte auch fest, dass ich eigentlich sehr wenige farbige Kleidungsstücke habe, dafür, dass ich a) Farbe mag und b) sie weit besser an mir aussieht als schwarz oder grau.

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2 Gedanken zu „Panik auf dem Schlachtfeld

  1. Pingback: Project333 – es kann losgehen | liebevoller

  2. Pingback: Mein einfacher Kleiderschrank im Winter | liebevoller leben

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